Am 28. Februar 2027 werden wir voraussichtlich über das Kippen des AKW-Neubauverbots abstimmen. Beide politischen Lager scheinen zuversichtlich, das Referendum über den indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative gewinnen zu können.
Aber was heisst “gewinnen” hier wirklich?
Was klar ist: Am Ende des Abstimmungstages wird Art. 12a des Kernenergiegesetzes – in dem das Neubauverbot verankert ist – entweder gestrichen oder bestehen bleiben. Das bedeutet dann aber nicht zwingend, dass daraus auch politische Sieger hervorgehen, und schon gar nicht, dass wir bei Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung einen Schritt weiter sind.
Zu erringen gibt es nämlich nur Pyrrhussiege.
Szenarioanalyse
Szenario 1: Ein deutliches “Ja” (Neubauverbot fällt)
Sollte sich das Pro-Lager deutlich (>55% Ja-Stimmen) durchsetzen, hätte es ein starkes Mandat des Souveräns, die Projektierung eines neuen AKWs in Angriff zu nehmen. Zudem würde ein solches Resultat diejenigen zufriedenstellen, denen das AKW-Neubauverbot lediglich aus ideologischen Gründen (Technologieoffenheit) ein Dorn im Auge ist. Somit wären für die Bürgerlichen immerhin zwei wichtige Etappenziele erreicht, und sie könnten sich medial als Sieger inszenieren.
Der Weg zu einem tatsächlichen Neubau eines Kernkraftwerks wäre allerdings immer noch ein langer und steiniger, gepflastert von zusätzlichen Volksabstimmungen sowie einer schier endlosen Liste von Einsprachen und Verzögerungsmassnahmen, die einer politischen Minderheit offen stünde. Zudem könnte schon eine kleine Veränderung der Ausgangslage – beispielsweise ein Baustopp oder eine Kostenüberschreitung in einem ausländischen Neubauprojekt, von einem Atomunfall ganz zu schweigen – einem Schweizer AKW-Neubauprojekt jederzeit den Garaus machen. Selbst bei einem deutlichen Sieg an der Urne würde ein solches Unterfangen also auf einem prekären Fundament stehen.
Szenario 2: Ein knappes “Ja” (Neubauverbot fällt)
Sollte sich das Pro-Lager knapp (50-55% Ja-Stimmen) durchsetzen, wäre zwar ebenfalls die Technologieoffenheit wiederhergestellt und die politische Legitimität einer Projektevaluierung gegeben. Eine solche würde jedoch auf so wackeligen Säulen stehen, dass es zumindest fraglich ist, ob sich damit für das Pro-Lager die Ausgangslage gegenüber heute markant verbessert.
Dies deshalb, weil es sich bei einem AKW-Neubau um die Art von Megaprojekt handelt, dessen Finanzierung sich nur mit hoher Planungssicherheit bewerkstelligen lässt – sonst lassen sich keine Investoren finden. Diese Planungssicherheit müsste immun gegenüber Wahlergebnissen, politischen Vorstössen und juristischen Einsprachen sein, damit sie über mehrere politische Zyklen und Gerichtsfälle hinweg bestehen bleibt. Hierfür bräuchte es eine breite politische Unterstützung; je knapper die Mehrheitsverhältnisse, desto fragiler das Fundament bzw. die Planungssicherheit.
Szenario 3: Ein knappes “Nein” (Neubauverbot bleibt)
Sollten sich die AKW-Gegner knapp (50-55% Nein-Stimmen) durchsetzen, wäre das die Bestätigung des Atomausstiegs durch den Souverän. Die Bürgerlichen könnten wohl nicht einmal behaupten, dass die Offenheit im Volk seit 2017 markant gestiegen sei, um daraus eine Teillegitimität der Forderung nach einem neuen AKW abzuleiten. (NB: 2017 wurde der Atomausstieg mit 58.2% besiegelt – eine zwar solide, aber nicht überwältigende Mehrheit.)
In diesem Szenario wäre das Thema “AKW-Neubau” für die nächsten 10-15 Jahre wieder vom politischen Tisch – ganz verschwinden würde es aber nicht. Das liegt einerseits an den anhaltenden technologischen und industriepolitischen Entwicklungen im Ausland, über die unsere Medien in regelmässigen Abständen berichten und uns das Thema somit im Gedächtnis halten werden.
Es liegt andererseits auch am schleppenden Zubau der Erneuerbaren — 2024 wurde weniger als die Hälfte des Zubauziels erreicht — sowie am politisch umstrittenen Plan, Gaskraftwerke als Reserve zu bauen. Neue AKWs werden als Alternative also im Spiel bleiben, zumindest solange, bis geklärt ist, wie die Schweiz Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung erreichen will.
Szenario 4: Ein deutliches “Nein” (Neubauverbot bleibt)
Bei einem deutlichen Nein (>55% Nein-Stimmen) wäre das Thema “AKW-Neubau” zwar noch klarer vom politischen Tisch, de facto wäre es aber lediglich eine Rückkehr zum Zustand von 2024, bevor der Bundesrat seinen indirekten Gegenvorschlag in die Vernehmlassung geschickt hat. In der Militärsprache: Links/Grün hätte zwar eine Schlacht gewonnen, den sprichwörtlichen Krieg um ein erneuerbares Energiesystem ginge aber einfach in die nächste Runde.
Dass selbst ein klares “Nein” keinen Durchbruch bringen würde, liegt daran, dass die Schweiz derzeit keine breit abgestützte Vision dafür hat, wie der künftige Energiemix aussehen soll. Windkraft hat nach wie vor einen schweren Stand, der Verkauf von Solaranlagen ist rückläufig, und das Volk will zwar Klimaschutz, aber nicht unbedingt dafür bezahlen. In diesem Szenario würde man zwar wissen, was nicht Teil des Energiemixes sein soll – das Hauptproblem bliebe jedoch weiterhin ungelöst.
Wahrscheinlichkeiten
Glaubt man einer ersten Umfrage vom Juni 2026, scheint die Akzeptanz eines AKW-Neubaus in der Bevölkerung zu wachsen. Natürlich hat die Meinungsbildung erst begonnen, und einige werden zunächst den von Albert Rösti in Aussicht gestellten Finanzierungsbericht abwarten, bevor sie sich festlegen.
Zudem haben AKW-Gegner gute Argumente, nicht zuletzt angesichts der massiven Kosten- und Bauzeitüberschreitungen bei ausländischen Projekten. Die neueste Studie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) zu den erwarteten Baukosten eines neuen Atomkraftwerks in der Schweiz wird ihnen ebenfalls in die Hände spielen: Bei einer Bandbreite von 15 bis 43 Milliarden Franken gleicht ein solches Projekt einem finanzpolitischen Roulette, was in der fiskalkonservativen Schweiz eine grosse Hürde darstellt.
Trotzdem sollten sich AKW-Gegner nicht in falscher Sicherheit wiegen. Das Pro-Lager hat die Mehrheit im Parlament, das erste Wort in den Abstimmungsunterlagen sowie die Unterstützung der Wirtschaftsverbände — allesamt starke Trümpfe.
Vielleicht noch wichtiger: Ein AKW-Neubau strahlt eine verführerische Eleganz aus. Manch einer wird sich fragen: Wieso Dutzende von Windparks und Tausende von Solaranlagen bauen, wenn sich die Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung mit 1-2 Atomkraftwerken erzielen lassen?
Man kann also davon ausgehen, dass die Abstimmung knapp ausfallen wird, d.h. 45-55% auf die eine oder andere Seite. Deutliche (>55%) Resultate bleiben zwar theoretisch möglich, erste Umfrageergebnisse sowie die Mehrheitsverhältnisse im Parlament weisen jedoch auf eine enge Kiste hin.
Wirkung
Sollte sich gemäss Szenarien 1 und 2 das Pro-Lager durchsetzen (egal ob knapp oder deutlich), würde dies eine starke Bremswirkung auf den Ausbau der Erneuerbaren erzeugen. Das UVEK würde die Projektierung eines AKW-Neubaus in Auftrag geben und sich bis zum Vorliegen der Resultate bei der zusätzlichen Förderung von Erneuerbaren zurückhalten. Vielleicht könnte Links/Grün bisherige Programme retten, aber die eigentlich benötigte Beschleunigung wäre wohl für mehrere Jahre nicht durchzusetzen.
Gleichzeitig stünde die tatsächliche Realisierbarkeit eines neuen AKWs weiterhin in den Sternen. Dies vor allem deshalb, weil die AKW-Frage für gewisse politische Kräfte (namentlich Grüne, GLP und Teile der SP) so identitätsstiftend und existentiell ist, dass sie sich mit Haut und Haaren – sprich, mit Referenden, politischen Vorstössen und juristischen Einsprachen – gegen ein neues AKW wehren werden, unabhängig vom Abstimmungsresultat.
Sollten sich hingegen gemäss Szenarien 3 und 4 die AKW-Gegner durchsetzen, egal ob knapp oder deutlich, wäre das AKW-Thema zwar vom politischen Tisch, man müsste es aber wohl nach wie vor als “Hintergrundlärm” erdulden.
Viel entscheidender jedoch: Der Wille zum Ausbau der Erneuerbaren wäre nicht automatisch gestärkt. Im Gegenteil, vielleicht werden gewisse bürgerliche Politiker:innen zum Trotz auf die Bremse treten, und/oder die Debatte verschiebt sich einfach von Kernkraftwerken zu Gaskraftwerken.
Fazit
Es ist richtig und wichtig, dass man dem Souverän in der AKW-Frage nochmals den Puls nimmt. Vielleicht spricht er ein Machtwort auf die eine oder andere Seite. Aber selbst wenn dieses Machtwort deutlich ausfällt, ist in Bezug auf Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung nicht unbedingt viel gewonnen.
Womit wir beim eigentlichen Kern des Problems sind: Es gibt aktuell keinen systematisch geführten, überparteilichen Prozess zur Entwicklung einer breit abgestützten Vision für den künftigen Energiemix. Stattdessen verhandeln wir ein komplexes systemisches Thema im Einzelsprung: Heute AKWs, morgen Gaskraftwerke, übermorgen Stromabkommen mit der EU, Bewilligungsverfahren für Windkraft, Solarförderung und Gebäudeprogramm.
Trotzdem wird am 28. Februar 2027 eines der politischen Lager einen Sieg für sich beanspruchen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird er sich als Pyrrhussieg erweisen.
Débat sur les centrales nucléaires (5) : pourquoi il n’y aura pas de gagnant lors du vote sur le référendum
Une analyse de scénarios sur les victoires à la Pyrrhus
Le 28 février 2027, nous devrions nous prononcer sur la levée de l’interdiction de construire de nouvelles centrales nucléaires. Les deux camps politiques semblent confiants quant à leurs chances de gagner le référendum sur la contre-proposition indirecte à l’initiative "Blackout”.
Mais que signifie réellement « gagner » dans ce contexte ?
Une chose est sûre : à l’issue de la journée de votation, l’article 12a de la loi sur l’énergie nucléaire – dans lequel est inscrite l’interdiction de construire de nouvelles centrales – sera soit supprimé, soit maintenu. Cela ne signifie toutefois pas nécessairement qu’il en ressortira des vainqueurs politiques, et encore moins que nous aurons fait un pas en avant en matière de sécurité d’approvisionnement et de protection du climat.
En effet, il n’y a là que des victoires à la Pyrrhus à remporter.
Analyse des scénarios
Scénario 1 : un « oui » net (l’interdiction est levée)
Si le camp du « oui » s’imposait nettement (> 55 % en faveur), il disposerait d’un mandat fort du peuple pour se lancer dans la planification d’une nouvelle centrale nucléaire. De plus, un tel résultat satisferait ceux pour qui l’interdiction de construire de nouvelles centrales nucléaires n’est qu’une épine dans le pied pour des raisons purement idéologiques (ouverture technologique). Ainsi, les partis bourgeois auraient tout de même atteint deux objectifs intermédiaires importants et pourraient se présenter dans les médias comme les vainqueurs.
Le chemin vers la construction effective d’une nouvelle centrale nucléaire resterait toutefois long et semé d’embûches, ponctué de référendums supplémentaires ainsi que d’une liste quasi infinie d’oppositions et de manœuvres dilatoires auxquelles une minorité politique pourrait recourir. De plus, un simple changement, même minime, de la situation initiale – par exemple, l’arrêt des travaux ou un dépassement de budget dans le cadre d’un projet de construction à l’étranger, sans parler d’un accident nucléaire – pourrait à tout moment mettre fin à un projet suisse de construction d’une nouvelle centrale. Même en cas de victoire nette aux urnes, une telle entreprise reposerait donc sur des bases précaires.
Scénario 2 : un « oui » de justesse (l’interdiction est levée)
Si le camp du « oui » venait à l’emporter de justesse (50 à 55 % en faveur), cela rétablirait l’ouverture technologique et conférerait une légitimité politique à l’évaluation du projet. Celle-ci reposerait toutefois sur des fondements si fragiles qu’il est pour le moins douteux que la situation de départ s’améliore de manière significative pour le camp du « oui » par rapport à aujourd’hui.
En effet, la construction d’une nouvelle centrale nucléaire est un mégaprojet dont le financement ne peut être assuré qu’avec une grande sécurité de planification – sans quoi il est impossible de trouver des investisseurs. Cette sécurité de planification devrait être à l’abri des résultats électoraux, des initiatives politiques et des recours juridiques, afin de perdurer au-delà de plusieurs cycles politiques et procédures judiciaires. Cela nécessiterait un large soutien politique ; plus les majorités sont serrées, plus les fondements – c’est-à-dire la sécurité de la planification – sont fragiles.
Scénario 3 : un « non » serré (l’interdiction reste)
Si les opposants au nucléaire l’emportaient de justesse (50 à 55 % contre), cela confirmerait la sortie du nucléaire par le peuple. Les partis de centre-droit ne pourraient probablement même pas affirmer que l’ouverture d’esprit de la population a sensiblement augmenté depuis 2017, afin d’en déduire une légitimité partielle de la demande de construction d’une nouvelle centrale nucléaire. (NB : en 2017, la sortie du nucléaire a été entérinée à 58,2 % – une majorité certes solide, mais pas écrasante.)
Dans ce scénario, la question de la « construction d’une nouvelle centrale nucléaire » serait à nouveau écartée de l’agenda politique pour les 10 à 15 prochaines années – sans pour autant disparaître complètement. Cela tient d’une part aux évolutions technologiques et de politique industrielle qui se poursuivent à l’étranger, dont nos médias rendent compte à intervalles réguliers et qui nous rappellent ainsi régulièrement ce sujet.
D’autre part, cela tient également à la lenteur du développement des énergies renouvelables — en 2024, moins de la moitié de l’objectif de développement aura été atteinte — ainsi qu’au projet politiquement controversé de construire des centrales à gaz en guise de réserve. La construction de nouvelles centrales nucléaires restera donc une option, au moins jusqu’à ce que la Suisse ait clarifié la manière dont elle entend atteindre ses objectifs en matière de sécurité d’approvisionnement et de décarbonisation.
Scénario 4 : un « non » clair (l’interdiction reste)
En cas de « non » clair (>55 % contre), la question de la « construction de nouvelles centrales nucléaires » serait certes encore plus clairement écartée de l’agenda politique, mais de facto, cela ne serait qu’un retour à la situation de 2024, avant que le Conseil fédéral n’ait soumis son contre-projet indirect à la consultation. En langage militaire : la gauche et les Verts auraient certes remporté une bataille, mais la guerre proverbiale pour un système énergétique renouvelable passerait simplement à la phase suivante.
Si même un « non » clair n’apporterait pas de percée, c’est parce que la Suisse ne dispose actuellement d’aucune vision largement partagée sur ce à quoi devrait ressembler le futur mix énergétique. L’énergie éolienne continue de rencontrer des difficultés, les ventes d’installations solaires sont en baisse, et si la population souhaite la protection du climat, elle ne souhaite pas nécessairement en payer le prix. Dans ce scénario, on saurait certes ce qui ne doit pas faire partie du mix énergétique, mais le problème principal resterait sans solution.
Probabilités
Si l’on en croit un premier sondage de juin 2026, l’acceptation d’une nouvelle centrale nucléaire semble gagner du terrain au sein de la population. Bien sûr, le processus de formation de l’opinion ne fait que commencer, et certains attendront d’abord le rapport de financement annoncé par Albert Rösti avant de se prononcer.
De plus, les opposants au nucléaire ont de bons arguments, notamment au vu des dépassements massifs de coûts et de délais de construction constatés dans des projets étrangers. La dernière étude des Académie suisse des sciences naturelles (SCNAT) sur les coûts de construction prévus d’une nouvelle centrale nucléaire en Suisse jouera également en leur faveur : avec une fourchette allant de 15 à 43 milliards de francs, un tel projet s’apparente à une roulette financière, ce qui constitue un obstacle de taille dans une Suisse fiscalement conservatrice.
Les opposants au nucléaire ne devraient toutefois pas se bercer d’une fausse sécurité. Le camp du « oui » dispose de la majorité au Parlement, a le premier mot dans les documents de votation et bénéficie du soutien des associations professionnelles — autant d’atouts de poids.
Mais ce qui est peut-être encore plus important : la construction d’une nouvelle centrale nucléaire dégage une élégance séduisante. Certains se demanderont : pourquoi construire des dizaines de parcs éoliens et des milliers d’installations solaires alors que la sécurité d’approvisionnement et la décarbonisation peuvent être atteintes avec une ou deux centrales nucléaires ?
On peut donc s’attendre à ce que le vote soit serré, c’est-à-dire 45 % contre 55 % d’un côté ou de l’autre. Des résultats nets (> 55 %) restent certes théoriquement possibles, mais les premiers résultats des sondages ainsi que la répartition des majorités au Parlement laissent plutôt présager un résultat serré.
Conséquences
Si, selon les scénarios 1 et 2, le camp du « oui » l’emportait (que ce soit de justesse ou largement), cela freinerait fortement le développement des énergies renouvelables. Le DETEC lancerait l’étude de faisabilité d’une nouvelle centrale nucléaire et ferait preuve de retenue quant au financement supplémentaire des énergies renouvelables jusqu’à ce que les résultats soient disponibles. La gauche et les Verts pourraient peut-être sauver les programmes existants, mais l’accélération réellement nécessaire ne pourrait probablement pas être mise en œuvre avant plusieurs années.
Dans le même temps, la faisabilité réelle d’une nouvelle centrale nucléaire resterait très incertaine. Cela tient avant tout au fait que la question du nucléaire est pour certaines forces politiques (notamment les Verts, le GLP et une partie du PS) un enjeu identitaire et existentiel à tel point qu’elles s’opposeront bec et ongles – c’est-à-dire par des référendums, des interventions politiques et des recours juridiques – à la construction d’une nouvelle centrale nucléaire, quel que soit le résultat du vote.
Si, en revanche, selon les scénarios 3 et 4, les opposants au nucléaire devaient l’emporter, que ce soit de justesse ou largement, la question du nucléaire serait certes retirée de l’agenda politique, mais il faudrait sans doute continuer à la supporter comme un « bruit de fond ».
Mais ce qui est bien plus déterminant : la volonté de développer les énergies renouvelables ne s’en trouverait pas automatiquement renforcée. Au contraire, certains responsables politiques de droite pourraient bien, par dépit, mettre un frein à ce développement, ou bien le débat se déplacerait simplement des centrales nucléaires vers les centrales à gaz.
Conclusion
Il est juste et important de prendre à nouveau le pouls du peuple sur la question des centrales nucléaires. Peut-être se prononcera-t-il clairement en faveur de l’un ou l’autre camp. Mais même si ce verdict est sans équivoque, cela n’apporte pas forcément grand-chose en matière de sécurité d’approvisionnement et de décarbonisation.
Ce qui nous amène au cœur même du problème : il n’existe actuellement aucun processus systématique et non partisan visant à élaborer une vision largement partagée du futur mix énergétique. Au lieu de cela, nous négocions un sujet systémique complexe au coup par coup : aujourd’hui les centrales nucléaires, demain les centrales à gaz, après-demain les accords sur l’électricité avec l’UE, les procédures d’autorisation pour l’éolien, les subventions pour le solaire et le programme pour les bâtiments.
Malgré tout, le 28 février 2027, l’un des camps politiques revendiquera la victoire. Il y a de fortes chances que celle-ci s’avère être une victoire à la Pyrrhus.






